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Jahresbericht 2018

July 2019 | 3 Minuten zum Lesen

Über das vergangene Jahr gibt es wieder Einiges zu berichten. Die Details dazu lieferte der Jahresbericht unserer sambischen Partner aus dem Development Office.

Unterstützte Schüler mit Lehrerin Unterstützte Schüler mit Lehrerin

Als positive politische Entwicklung halten wir fest, dass sich die „Free Education Policy“ für die Klassen 1-7 auch in der Praxis derart etabliert hat, dass wir die Bemühungen unseres Projektes auf die höheren Klassen konzentrieren.

So verzeichnen wir für 2018 folgende Unterstützungszahlen:

  • Chirundu Secondary: 4x Klasse 9, 1x Klasse 10
  • Nkandabbwe Secondary: 10x Klasse 10

In jeder dieser Zahlen steckt Anlass zur Freude. Bruce aus Chirundu, bekannt aus den Vorjahresberichten, hat Ende 2018 erfolgreich die Stufe 11 erreicht. Zwei seiner Mitschüler aus der neunten Klasse sind nun in Klasse 10. An der Nkandabbwe Secondary wurden alle unterstützten Schüler in die nächste Stufe versetzt.

“School authorities have continued to appreciate the support rendered to pupils who are vulnerable because it is also their wish that pupils should be given an opportunity to complete school in order for them to build a future for themselves.”

– Agnes Simoloka, Development Office

Rahmenbedingungen

Die Schicksale, auf die wir im Rahmen des Projekts treffen, haben sich in der Gesamtbetrachtung kaum geändert. Finanziell sehr schlecht gestellte, meist kleinbäuerliche Familien auf dem Land können das Schulgeld für ihre Kinder nicht aufbringen und die Schulen, angewiesen auf diese Einnahmen, verweisen betroffene Schüler des Unterrichts. Der daraus resultierende Stress und die Demoralisierung sind dem Bildungsfortschritt natürlich nicht zuträglich und machen die Versuchung, die Schule zwecks Gelegenheitsarbeit abzubrechen, mit steigendem Alter größer.

Maliinda

“Ich bin eine Halbwaise und mein Vater unterstützt meine Ausbildung nicht. Früher habe ich Hühner und Gemüse verkauft, um das Geld für die Schulgebühren aufzubringen, doch sind meine Vorräte nun erschöpft. Bitte helft mir mit meiner Ausbildung.”

– Maliinda, Klasse 10 an der Nkandabbwe Secondary

Die erneut gute Ernte in Sambia verbesserte die Finanzsituation der Kleinbauern nicht, da gleichzeitig die staatlichen Mindestpreise für Agrarprodukte sanken1. Hinzu kam im Spätsommer 2018 ein Verfall der einheimischen Währung2, wodurch das allgemeine Preisnivaeu weiter anstieg.

Ausblick

In der kommenden Zeit wird sich das Projekt weiter auf die höheren Jahrgangsstufen konzentrieren. Seitens der Schulen und sambischen Partner wird der Wunsch nach längerfristigen Stipendien für einzelne Schüler sowie nach Ausbau der Unterstützungszahlen laut (die Auwahl der zu unterstützenden Schüler unter einer immer größer werdenden “Zielgruppe” fällt schwer). Je nach Spendenaufkommen werden sich einige dieser Ideen konkretisieren lassen, doch ziehen wir einen nachhaltigen langen Atem einem “prestigeträchtigen” Großprojekt vor. Nicht umsonst haben unsere sambischen Partner ihren Jahresbericht mit “Love does not tire” überschrieben.

Klassenraum Klassenraum mit bis zu 70 Schülern Unterricht


  1. Siehe auch https://globalpressjournal.com/africa/zambia/price-maize-sinks-zambias-small-scale-farmers-look-alternate-crops ↩︎

  2. Von September auf Oktober 2018 brach der Kurs des Kwacha gegenüber dem Dollar und Euro um ca. 15% ein. Ein Kwacha ist seither (Stand April 2019) ca. 0,07EUR wert (Informationen aggregiert aus: Google Finanzen, 01.05.2019). ↩︎