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Jahresbericht 2021

September 2022 | 4 Minuten zum Lesen

Ein Jahr wie eine Achterbahnfahrt endet mit hoffnungsvollem Ausblick.

Der Tiefpunkt traf uns gleich zu Jahresbeginn mit dem Verlust zweier hochgeschätzter Menschen - hierüber haben wir schon an anderer Stelle berichtet. Vom persönlichen Leid abgesehen, hatte dieser Schicksalsschlag auch Auswirkungen auf das Projekt Schulfee, weil auf Seiten der Diozöse Monze im Allgmeinen und des Development Office im Besonderen Strukturen neu geordnet und Kapazitäten für die Projektarbeit aufgebaut werden mussten. Ganz zu schweigen natürlich von den Einschränkungen durch die Corona-Pademie.

Die gute Nachricht ist, dass dies in professionaller Manier von unseren sambischen Partnern hervorragend gestemmt wurde. In diesen persönlich und organisatorisch schweren Zeiten wurde die Projektarbeit deshalb nicht vernachlässigt. Nach bewährtem Modus konnten wir sage und schreibe 127 SchülerInnen den Schulbesuch ermöglichen: 51 an der Nkandabbwe Secondary School, 14 in Chirundu Secondary School und dann noch einmal 64 an der St. Vincent Community School. Zu diesen Schülern hinzu kommen zwei Studierende, die von Schulfee auch nach dem Schulabschluss gefördert werden, um das volle Potenzial ihres Bildungswegs auszuschöpfen.

Diese finanzielle Unterstützung allein bedeutete aber nicht für alle Schüler ein unbeschwertes Schuljahr, da durch die pandemiebedingten Einschränkungen im Schulbetrieb auch weiterhin zeitweise ein digitales Lernkonzept im Einsatz war - und ohne eigenes Endgerät oder Internet ist das naturgemäß wenig zweckdienlich.

eLearning stößt besonders in strukturschwachen Regionen ohne entsprechende Infrastruktur an Grenzen eLearning stößt besonders in strukturschwachen Regionen ohne entsprechende Infrastruktur an Grenzen

Von diesen Hindernissen abgesehen wird der Projektverlauf insgesamt überaus positiv bewertet, wie das Development Department in seinem Jahresbericht schreibt. Es zeige sich, dass die Motivation sowohl der SchülerInnen, die nicht mehr in ständiger Angst vor einem Schulverweis leben müssen, als auch der Eltern, die sich ohne die schwere finanzielle Belastung viel eingehender mit den Inhalten und Fragen des Schulbesuchs beschäftigen können, zunimmt.

Seitens der Schulen werde eine gesteigerte Lernleistung festgestellt, wie es auch aus der Stellungnahme von Mrs. Ndeleki von der Nkandabbwe School hervorgeht:

Ich schreibe, um die positive und beeindruckende Wirkung des Schulfee Programms der Diozöse Monze in Partnerschaft mit einem deutschen Verein zu schildern. Das Programm wurde 2015 an unserer Schule eingerichtet [mit ersten Förderungen 2016, Anm. d. Verf.], zu einer Zeit, in der die meisten Eltern und Sorgeberechtigten vor schweren ökonomischen Herausforderungen und den Effekten des Klimawandels standen: als Kleinbauern hatten Sie Mühe darin, ausreichend Einkommen aus ihrer Ernte oder aus dem Verkauf des durch Krankheit dezimierten Nutztierbestands zu erzielen. In der Folge waren sie in einer hoffnungslosen Lage und hatten keine stabile Einkommensquelle.

Großartigerweise kam dann das Unterstützungsprogramm den Kindern zu Hilfe, denen ihr Recht auf Bildung verweigert wurde, weil ihre Eltern es nicht bezahlen konnten. 2015 startete das Programm an der Nkandabbwe Secondary School. Seither erhöhte sich die Anzahl der unterstützten Schüler in jedem Jahr.

Ich muss sagen, dass das Programm seit Beginn an der Schule vielen vulnerablen Kindern aus der Umgebung geholfen hat. Die meisten von ihnen leben bei Großeltern, die zu alt zum Arbeiten sind. Jene verlassen sich auf die Hilfe ihrer Enkel bei der Feld- und Gartenarbeit. Die Herausforderungen zwingen viele Lernende dazu, die Schule aus Mangel an Schulgeld abzubrechen. Mit dem Schulfee Projekt jedoch haben die meisten unterstützten Schüler profitiert und jene, die kurz vor dem Abbruch standen, blieben an Bord. Viele Eltern und Sorgeberechtigte wissen das Projekt zu schätzen und wünschen sich einen Ausbau der Unterstützungszahlen. Wir als Nkandabbwe Schule wünschen uns eine Ausweitung auf die tertiäre Bildung, denn die meisten Schüler, die die Schule absolvieren, verbleiben mit ihren guten Abschlüssen auf dem Dorf. Alles in allem hat das Projekt die Einstellung der Schüler verändert und sie zum Lernen engagiert, und sei es auch nur bis zur zwölften Klasse. Ein Licht wurde in ihrem Leben entzündet und sie sehen sich schon als die potenziellen Manager von morgen.

Besonders im letzten Satz klingt ein bisher viel zu selten erwähnter Effekt von Schulfee an: dass hier wieder Zukunftsträume entstehen!

Auch in nakten Zahlen ist das Projektergebnis bisher sehr positiv: mindestens 63 der inzwischen 543 Jahresunterstützungen führten zu einem Abschluss der zwölften Klasse.

Ausblick auf 2022

Mit einem tollen Spendenaufkommen von über 8.000 EUR im Jahr 2021 konnte die Unterstützungsleistung für das laufende Schuljahr 2022 gut anlaufen.