Bildung in Sambia

Bildung

Es mag verwunderlich scheinen, dass ein Projekt wie dieses nötig ist, denn durch die 2002 in Sambia eingeführte free basic education policy1 ist für jedes sambische Kind der Schulbesuch bis zur siebten Klasse theoretisch kostenfrei.2 Die Bildungssituation hat sich daraufhin auf den ersten Blick drastisch verbessert: Wurden laut UNESCO3 im Jahr 2002 nur 73% aller Kinder im Erstklässleralter überhaupt eingeschult, sind es 2011 schon 92%. Leider steht dahinter ein großes…

Aber.

Zum Einen verlangten die meisten Schulen dennoch eine Schulgebühr für die Klassen 1-7, da die staatliche Zuwendung nicht ausreichte. Diese Situation hat uns zu Beginn des Projekts besonders berührt, denn die Gebühren beliefen sich auf für deutsche Verhältnisse geradezu vernachlässigbare 13€ pro Schuljahr - was viele Familien dennoch überforderte. Glücklicherweise ist das Gesetz in den letzten Jahren wirklich in der Praxis angekommen, sodass die Zielgruppe des Projekts Schulfee seit 2017 hauptsächlich die höheren Jahrgangsstufen ausmacht.4

Zum Anderen verrät ein genauer Blick auf die Statistik der UNESCO3, dass 2008 nur 53% der Grundschüler eines Jahrganges überhaupt die Grundschule erfolgreich abschließen - fast die Hälfte der Schüler bricht schon während der Grundschulzeit ab.

Die Gründe dafür sind unter Anderem, dass Kinder und Jugendliche in die tägliche Arbeit der Familien eingespannt werden, um das Grundeinkommen der Familie zu sichern und somit keine Zeit für den Schulbesuch aufbringen können, der ja zumindest ab Klasse 8 wiederum ein Kostenfaktor wäre. So konnten auch wir auf unserer Reise durch die Southern Province beobachten, wie schon Kinder Lebensmittel oder Haushaltswaren auf Märkten oder an Straßen verkaufen.

Blickt man auf die Zeit nach der primary education (1.-7. Klasse), wenn die staatliche Unterstützung der free basic education policy wegbricht, steigen die Schulgebühren meist stark an5 und erschweren den Fortgang des Bildungsweges. Laut UNESCO3 wechselten 2008 von den wenigen Jugendlichen, die die 7. Klasse absolvierten, nur knapp drei Viertel auch in die 8. Klasse (2010 sogar nur 61%). Für eine selbstbestimmte Zukunft des jungen Menschen ist das sicher nicht ausreichend.

Was tun?

Es gibt sicher noch viele andere Faktoren, die in dieser desolaten Bildungssituation eine Rolle spielen. Wir maßen uns nicht an, sie alle zu kennen oder gar ändern zu können. Daher soll dieses Projekt ausschließlich dort ansetzen, wo reine finanzielle Armut einen Bildungsweg und die damit verbundenen Aufstiegschancen eines jungen Menschen verhindert. Wir wollen uns auf diesen Punkt konzentrieren, wo wir tatsächlich etwas bewirken können und diese Chance nutzen.

Danke für Ihre Mithilfe!


  1. MDG 2 - Universal Primary Education in Zambia. Gov.uk Case Study. Department for International Development, 19 Sept. 2011. Web: 21 Nov. 2013. https://www.gov.uk/government/case-studies/mdg-2-universal-primary-education-in-zambia ↩︎

  2. Education Fact Sheet - Zambia. Web: 24. Jan. 2014. http://www.sacmeq.org/sacmeq-members/zambia/education-fact-sheet ↩︎

  3. Country Profiles - Zambia. UNESCO Institute for Statistics. Web: 24. Jan. 2014. http://www.uis.unesco.org/DataCentre/Pages/country-profile.aspx?code=ZMB&regioncode=40540 ↩︎

  4. Siehe unseren Jahresbericht 2017 ↩︎

  5. Vgl. die Schulgebühren auf der Seite Spenden ↩︎